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Worte im Schnee
Worte im Schnee
Ein Filandón

von Juan Pedro Aparicio, Luis Mateo Díez; Javier Gómez-Montero (Hrsg.)

Reihe: Taller de Traducción Literaria (Band 8)

94 Seiten,
Broschur, 13,5x20cm,
ISBN: 978-3-86935-148-3

Kurztext
Filandón – so nennt man jene winterlichen Zusammenkünfte in den Bergen Leóns und Asturiens in Nordspanien, bei denen sich die Dorfbewohner einst die langen Abende mit dem Erzählen von Geschichten vertrieben. Drei der bedeutendsten spanischen Erzähler der Gegenwart haben diese Tradition aufgegriffen und widmen sich in gemeinsamen Lesungen einer in Deutschland noch wenig bekannten, in Spanien und Lateinamerika aber sehr populären Textform, den sogenannten microrrelatos. Diese Miniaturerzählungen kennzeichnet eine verknappte Handlung, sprachliche Genauigkeit und die Kunst der Andeutung ebenso wie die überraschende Pointe und ein hintersinniger Humor. Die Autoren reichern die überlieferten Formen mündlichen Erzählens mit Figuren, Themen und Schauplätzen aus unserer urbanen Gegenwart an. Wie damals an den Herdfeuern hat das Unheimliche dabei ebenso seinen Platz wie das Wunderbare, und phantastische Einfälle stellen unsere Wahrnehmung auf den Kopf.
„Erzählen in seiner reinsten Form, nichts anderes ist der filandón: Lebensfaden, Stoff der Wirklichkeit, die Kraft der Dichtung, zu der immer auch die Lust am Fabulieren gehört.“

Frank Nagel hat die Texte in Zusammenarbeit mit Karina Gómez-Montero ins Deutsche übertragen.

Erschienen in der Reihe Publikationen des Taller de Traducción Literaria der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, herausgegeben von Javier Gómez-Montero.

Vita
Javier Gómez-Montero ist Professor für Romanische Literaturwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Leiter der Projektgruppe LITES (Literatura Española). Er gab mehrere Anthologien zur Gegenwartslyrik in Spanien (mit deutschen Übersetzungen) heraus: Territorien der Lyrik in Spanien (edition tranvía/Berlin 2001), Du kamst, Vogel, Herz, im Flug (gemeinsam mit Petra Strien, Suhrkamp/Frankfurt am Main 2004) und – unter Mitwirkung der Kieler Übersetzerwerkstatt – Cuando va a la ciudad, mi Poesía. Das Gedicht und die Stadt. Gegenwartslyrik aus Spanien (1980–2005), SIAL Ediciones/Madrid 2005.

JUAN PEDRO APARICIO
geb. 1941 in León, ging nach seinem Jura-Studium einer Außenhandelstätigkeit in der Nahrungsmittelindustrie nach. Von 2005 bis 2009 war er Direktor des Cervantes-Instituts in London. Er ist Essayist und Autor von vielbeachteten Romanen wie El año del francés (1986), Retratos de ambigú (1988, Premio Nadal de Novela) und zuletzt La vida en blanco (2005). Madrid ist Schauplatz der Kriminalromane Malo en Madrid o el caso de la viuda polaca (1996) und La gran bruma (2001). Aparicio selbst bezeichnet seine Mikroerzählungen als relatos cuánticos; sie sind in den Bänden La mitad del diablo (2006, Premio Setenil) und El juego del diábolo (2008) erschienen.

LUIS MATEO DÍEZ
geb. 1942 in Villablino (Provinz León), studierte Jura in Madrid und Oviedo. Díez gilt als einer der bedeutendsten spanischen Erzähler und Essayisten der Gegenwart. Sein umfangreiches Hauptwerk El reino de Celama – eine Romantrilogie, die die Bände El espíritu del páramo (1996), La ruina del cielo (1999) und El oscurecer (2002) umfasst – lässt sich als Hommage an die mythische Landschaft Celama im spanischen Nordwesten lesen. Landschaftsbilder und Erinnerungen prägen auch den Roman La fuente de la edad (1986, Premio Nacional de Narrativa). Zu seinem Œuvre zählen darüber hinaus Romane wie Las horas completas (1990), El expediente del náufrago (1992) oder Días del desván (1997); zahlreiche Kurzerzählungen hat Díez in der Sammlung El árbol de los cuentos (zuletzt 2006) zusammengefasst; eine frühe Ausgabe seiner microrrelatos erschien 1993 unter dem Titel Los males menores.

JOSÉ MARÍA MERINO
geb. 1941 in La Coruña, studierte Jura in Madrid. Er trat zunächst als Lyriker im Umfeld der leonesischen Dichtergruppe Claraboya (1963-1968) in Erscheinung, entwickelte jedoch seit den siebziger Jahren zunehmend eine von phantastischen Traditionen geprägte Erzählweise, in der Traum und Wirklichkeit ununterscheidbar werden. Merino hat bislang ein umfassendes Romanwerk vorgelegt, aus dem La orilla oscura (1985, Premio Nacional de la Crítica), El oro de los sueños (1986), Los invisibles (2000) und El lugar sin culpa (2007) hervorzuheben sind. Darüber hinaus hat der Schriftsteller auch Kinder- und Jugendbücher (No soy un libro wurde 1993 mit dem Spanischen Nationalpreis ausgezeichnet) sowie mehrere Sammlungen von microrrelatos vorgelegt: Días imaginarios (2002), Cuentos del libro de la noche (2005) und zuletzt La glorieta de los fugitivos (2007). In Las puertas de la ficción (2008) widmet er sich dem Genre der Science-fiction-Literatur. Eine umfangreiche Sammlung der Kurzerzählungen ist unlängst unter dem Titel Historias de otro lugar (2010) erschienen.

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